Ausstellungen

Ausstellungen

Bilder von der Vernissage, Auszüge aus Reden oder Pressestimmen zu den einzelnen Ausstellungen finden Sie durch Ausklappen des Menüs.

Personalausstellungen

2017 Palimpsest,  Kirche St. Urban, Meißen

2015 ARCANUM (mit Winfried Alexander), Atelier Alexander, Halle Nietleben

2015 Leipzigs GLANZ und Halles GLORIA  (mit Gudrun Brühne, Sighard Gille und Matthias Rataiczyk), Kunstsalon Hänsel, Halle

2014 bild-schön (mit Winfried Alexander), Rathaus Markkleeberg, Markkleeberg

2014 bild-schön (mit Winfried Alexander), TieferKeller, Merseburg

2012 Tango Argentino, Galerie Karl-Heine-Str. 55, Leipzig

2011 Sinnen-Reich (mit Martin Möhwald), Kunstraum, Jena

2010 Windräder und Luftgeister, Kulturhistorisches Museum Schloss, Merseburg

2009 Blick mit Störung, Galerie Dr. Stelzer und Zaglmaier, Halle,

2009 Female, Universitätsklinik, Galerie der Kinderradiologie, Leipzig

2008 Meeresrauschen, cor-et-vasa, Halle

2008 Traumbild und Ebenbild, inszenierte Realität des Weiblichen, Galerie Himmelreich, Magdeburg

2007 Rückzugsorte, SCHOTT Glasmuseum und SCHOTT Villa, Jena

2007 Lustobjekte (mit Winfried Alexander), Kunsthoken, Quedlinburg

2005 Blütengrund, Art im Salztor, Naumburg,

2005 Weite, Ferne, naher Augenblick, Galerie der Stadtwerke, Jena

2005 Malerei (mit Winfried Alexander) L’Atelier La Chèvre verte , Malarce sur la Thines

2005 Lapidarium einer Typografin, Kulturhistorisches Museum Schloss, Merseburg

2004 Innere Gärten, Galerie Dr. Stelzer und Zaglmaier“, Halle

2003 Lapidarium, Galerie in der Salzkirche, Tangermünde

1996 Theater-Theater Kostüm und Bühnenbildentwürfe (mit Berndt Leistner und Winfried Alexander), Saalkreisgalerie, Gutenberg

1992 Aufschwung Ost, Museum für Geschichte, Halle (Saale)

1989 Kerstin Alexander – Malerei, Burgmuseum, Querfurt

1989 Kerstin Alexander-Malerei, Galerie Schaufenster, Berlin

1989 Kerstin Alexander ‒ Grafik und Buchkunst, Klubhaus der Gewerkschaften, Halle (Saale)

1988 Kerstin Alexander ‒ Malerei, Stenzlers Hof, Leipzig

1988 Kerstin Alexander ‒ Malerei, Galerie im Stadthaus, Jena

Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl)

2015 generell frisch, BBK Sachsen-Anhalt, Halle

2013 Preview Berlin Art Fair, Berlin

2011 Kunst im Landtag Sachsen-Anhalt, Magdeburg

2011 Druckgrafik IV aus Halle an der Saale, Linz, Magdeburg, Quedlinburg, Salzgitter

2010 Stilleben von 1990-2010, Hallescher Kunstverein, Halle,

2008 Jahres-Ausstellung des Verbandes Bildender Künstler Sachsen-Anhalt, Dessau

2007 Hallesche Grafik, Oulo, Karlsruhe, Beeskow

2007 Herbstsalon, BBK-Sachsen-Anhalt im mdr-Funkhaus, Magdeburg

2006 Mensch und Natur, Galerie Forum Lindenthal, Köln

2004 Die schönen Dinge des Lebens, Kunstsalon Hänsel, Halle

2004 Kunst aus Halle, Vereinigung hallescher Künstler e. V.,  Neues Theater, Halle

2003 Galerie Dr. Stelzer u. Zaglmaier mit Dieter Gilfert, Winfried Alexander, Halle und Rainer Haufe

2002 Orient, Vereinigung hallescher Künstler e.V., Halle

2001 Hallesche Grafik, Linz, Halle

1995 Hallesche Kunst, Kunstverein Helmstedt, Helmstedt

1994 Hallesche Scriptomanie, Halle

1993 Galerie im Amtsgericht Halle, Halle

1992 Farbkörper, Galerie Kunst der Zeit, Jena

1991 Farbkörper, Galerie Kunst der Zeit, Suhl

1990 Typenmesse, Offenbach

1990 Slato pero, Belgrad

1989 Farbgrafik, Museum Schloss Schwerin, Schwerin

1989 Internationale Buchkunstausstellung, Leipzig

1989 Slato pero, Belgrad

1988 Ausstellung der Kunsthochschule Burg Giebichenstein, Linz

Ankäufe von Museen und Bibliotheken

2011 Landtag Sachsen-Anhalt

2007 jenacon foundation gGmbH

2005 Kulturhistorisches Museum Schloss, Merseburg

2003 Martin-Luther-Bibliothek Halle

1990 Sparkasse Halle

1990 Deutsche Bibliothek Leipzig

1990 Typenmuseum Offenbach

1989 Museum Schloss Schwerin

1989 Museum Schloss Bernburg

Prof. Rainer Schade

ALTERNATIVE FAKTEN
zum Katalog „Vermutungen – Malerei“

Natürlich kann auch ich beim Betrachten der Bilder von Kerstin Alexander zunächst nur Vermutungen anstellen. Diese allerdings machen mir Freude, denn ihre Bilder, Zeichnungen und Skizzen sind nicht nur gut anzusehen, sondern berühren mich als den, der selbst in diesen Gefilden wildert, in ihrer Machart. Sei es die delikate Farbfülle in den Rot/Braun/Orange-Tönen der satten Herbstnatur, die duftigen Blüten, die man glaubt riechen zu können oder die noble Atmosphäre der Interieurs. Sonnenlicht flutet in schattige Räume und bringt jeden Gegenstand zum Leuchten.

Details werden mit Liebe bedacht, ohne im Kleinklein zu ertrinken. Man möchte diesen Raum betreten, die Zeit anhalten und sich zu einem Aperó niederlassen. Der Garten da draußen in seiner Farbpracht ist bestellt. Er ist ein Objekt des Ergötzens, das für Kerstin Alexander immer wieder Anlässe zu schönen Malereien liefert. Man schweift in die Ferne, um derartiges vor der Tür zu finden.

Vielleicht muss man die Natur mit Begeisterung hegen und pflegen, um ihren Zauber so überzeugend einfangen zu können? Besonders die herangezoomten Blüten und Blätter in ihrer Zartheit und in ihrem Farbrausch sind beindruckend. Es flirrt, summt und duftet. Legen wir uns nach dem Aperó lieber dort auf den Boden, um mittendrin zu sein?

Andererseits gibt es spröde Tuschzeichnungen, leicht dahingeworfen; sie sind nicht mehr Papier und Tusche, sondern Kaffee, Kuchen und Sahnehäubchen in einer Weise, dass man Appetit bekommt. Auf einen Tuschklecks Appetit haben ist natürlich absurd, die Malerin macht es möglich. Das ist es wohl, was die Bildende Kunst ausmacht, vorausgesetzt sie gelingt. Die Materialien, Leinwand, Karton, Farbe, Tusche, Graphit sind zunächst nur sie selbst. Mit Verve miteinander verbunden, werden sie in unserer Wahrnehmung zu einem Kosmos voller Empfindungen und Überraschungen. Es entstehen spannungsvolle Kraftlinien, die uns ins Bild hineinziehen und alles offenbaren, was wir zu sehen bereit sind. Wir rufen begeistert, ja so ist es – genau wie in Wirklichkeit.

Umgekehrt muss sich die Natur schon sehr anstrengen, bis wir sagen können, schaut, das sieht doch aus wie gemalt!  Hier ist der Punkt erreicht, an dem nichts mehr begründet oder erklärt werden soll. Es ist eine eigene Bildwelt, eine neue Realität mit eigenen Regeln. Geht so Heimat? Ich denke, ja, so kann sie gehen, auch wenn sie die Heimat anderer ist, die künstlerische Heimat von Kerstin Alexander ist sie allemal. Wenn die Worte zu Ende sind, beginnen die Bilder.

Mag sein, dass andere Betrachter dieser Malerei alternative Fakten entdecken. Was in der Politik sich verbieten sollte, darf und soll in der Kunst sein.

— Rainer Schade, Maler/Grafiker, Leipzig, Januar 2017

Prof. Ulrich Klieber

Kerstin Alexander – Malerei

„Eine Betrachtungsweise, die in Kunstwerken lebendige, autonome Modelle des Bewusstseins sieht, wird nur so lange angreifbar sein, wie wir uns weigern, die oberflächliche Unterscheidung zwischen Form und Inhalt aufzugeben. Denn im gleichen Sinne, in dem ein Kunstwerk keinen Inhalt hat, hat auch die Welt keinen Inhalt. Beide sind. Sie bedürfen keiner Rechtfertigung; und sie ließen sich auch nicht rechtfertigen.“ — Susan Sontag.

Es ist der 3. März 2014. Frühlingshafte Temperaturen. Ich öffne einen großen fetten Umschlag mit umfangreichem Bildmaterial, das mir in Vorbereitung auf diese Ausstellung zugesandt worden ist …

Ich blättere durch. Erste Sichtung. „Schilf“. Groß 190 x 230cm. „Herbsthauch“ auch riesengroß. „Wintergarten“ stark farbig. Leuchtend rot. Die Landschaft glüht. Fein hingehauen mit informellem Duktus, die Arbeiten von Kerstin Alexander. Man kann den einzelnen Halm fast knicken. Man muss die Arme weit ausbreiten, um sich durch das Dickicht fortzubewegen, um zu diesem geheimnisvollen ultramarinen Lichtraum vorzudringen. „Winterlicht“. Das Gelb, es geriert sich golden. Alles aus dem Fleck heraus entwickelt. Überhaupt der Malprozess. Er bleibt sichtbar. Wischen, Drucken, Abdrucken, Tropfen und Dripping. Pinselspur. Der Pinsel als präzise Waffe. Er hinterlässt präzise Wunden. Flüchtig leicht wie beim Florett. „Herbsthauch“. Gleichzeitig ist alles merkwürdig präzise und präsent. Ast, Ästchen, selbst die Bemalung eines Blumentopfes.

Kerstin Alexander malt. Farbe pur. Türkis, Pink, Violett, Zitron. Sie liebt das Risiko. Grün. Vital, satt, grell, saftig. Mutig. Laut.

Merkwürdig: Die Farbe wird nicht richtig autonom. Da ist noch etwas von Lokalfarbe. Oder von Erscheinungsfarbe. Sie interpretiert. Übersteigert. Trifft: „Gewitterfront“. Winterschräglicht.

Sinnlich. Die Farbe spricht die Sinne an. Die Farbe, wie verzaubert. Schafft Licht und Atmosphäre. Lebensbejahung? Ja. Der Titel der Ausstellung „bild-schön“ passt. Und gleichzeitig liegt in der Schönheit der Natur immer auch das Bedrohliche: das Vergängliche. Der Abschied. Die Extreme Hell und Dunkel bilden zwei Pole und liegen weit auseinander. Bei Kerstin Alexander liegen sie dicht beieinander.

Rot und dunkles Braun. Fast schon Schwarz. Rot wie Blut. Schwarz, wie von großen Rostbeulen zerfressen und kurz vor der Auflösung. Das erotische Rot der Magnolienblüten. Das Rot fast gebrochen, in Verwesung begriffen im Mohnfeld. Ein kleines, leises Restleuchten nur noch in der Bildmitte …

Kerstin Alexander erzählt vom Orientalischen Feilschen. Vom Handeln, sie erzählt von Oasen und Palmen und Karawanen.

Sie erzählt in einer üppigen Farbigkeit, ohne haargenau zu werden. Sie bleibt spontan emotional, skizzenhaft. Hingeworfen, wie kurz aufgeschnappt und rasch notiert …

— Ulrich Klieber, 3. März 2014