Bilder von der Vernissage, Auszüge aus Reden oder Pressestimmen zu den einzelnen Ausstellungen finden Sie durch Ausklappen des Menüs.
Personalausstellungen
2024 SPIELRÄUME (mit Winfried Alexander und Adrian Alexander), Kunstraum in der Au, München
2023 3xA (mit Winfried Alexander und Adrian Alexander), im Atelier in der Eislebener Str. 81 in Halle Nietleben
2018 KOPF LAND FLUSS (mit Cornelia Weihe), Herbstsalon e.V., MDR Landesfunkhaus Sachsen Anhalt in Magdeburg
2018 Zweigestirn (mit Winfried Alexander), Kunstverein Coburg e.V., Coburg
2017 Palimpsest, Kirche St. Urban, Meißen
2015 ARCANUM (mit Winfried Alexander), Atelier Alexander, Halle Nietleben
2015 Leipzigs GLANZ und Halles GLORIA (mit Gudrun Brühne, Sighard Gille und Matthias Rataiczyk), Kunstsalon Hänsel, Halle
2014 bild-schön (mit Winfried Alexander), Rathaus Markkleeberg, Markkleeberg
2014 bild-schön (mit Winfried Alexander), TieferKeller, Merseburg
2012 Tango Argentino, Galerie Karl-Heine-Str. 55, Leipzig
2011 Sinnen-Reich (mit Martin Möhwald), Kunstraum, Jena
2010 Windräder und Luftgeister, Kulturhistorisches Museum Schloss, Merseburg
2009 Blick mit Störung, Galerie Dr. Stelzer und Zaglmaier, Halle,
2009 Female, Universitätsklinik, Galerie der Kinderradiologie, Leipzig
2008 Meeresrauschen, cor-et-vasa, Halle
2008 Traumbild und Ebenbild, inszenierte Realität des Weiblichen, Galerie Himmelreich, Magdeburg
2007 Rückzugsorte, SCHOTT Glasmuseum und SCHOTT Villa, Jena
2007 Lustobjekte (mit Winfried Alexander), Kunsthoken, Quedlinburg
2005 Blütengrund, Art im Salztor, Naumburg,
2005 Weite, Ferne, naher Augenblick, Galerie der Stadtwerke, Jena
2005 Malerei (mit Winfried Alexander) L’Atelier La Chèvre verte , Malarce sur la Thines
2005 Lapidarium einer Typografin, Kulturhistorisches Museum Schloss, Merseburg
2004 Innere Gärten, Galerie Dr. Stelzer und Zaglmaier“, Halle
2003 Lapidarium, Galerie in der Salzkirche, Tangermünde
1996 Theater-Theater Kostüm und Bühnenbildentwürfe (mit Berndt Leistner und Winfried Alexander), Saalkreisgalerie, Gutenberg
1992 Aufschwung Ost, Museum für Geschichte, Halle (Saale)
1989 Kerstin Alexander – Malerei, Burgmuseum, Querfurt
1989 Kerstin Alexander-Malerei, Galerie Schaufenster, Berlin
1989 Kerstin Alexander ‒ Grafik und Buchkunst, Klubhaus der Gewerkschaften, Halle (Saale)
1988 Kerstin Alexander ‒ Malerei, Stenzlers Hof, Leipzig
1988 Kerstin Alexander ‒ Malerei, Galerie im Stadthaus, Jena
Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl)
2015 generell frisch, BBK Sachsen-Anhalt, Halle
2013 Preview Berlin Art Fair, Berlin
2011 Kunst im Landtag Sachsen-Anhalt, Magdeburg
2011 Druckgrafik IV aus Halle an der Saale, Linz, Magdeburg, Quedlinburg, Salzgitter
2010 Stilleben von 1990-2010, Hallescher Kunstverein, Halle,
2008 Jahres-Ausstellung des Verbandes Bildender Künstler Sachsen-Anhalt, Dessau
2007 Hallesche Grafik, Oulo, Karlsruhe, Beeskow
2007 Herbstsalon, BBK-Sachsen-Anhalt im mdr-Funkhaus, Magdeburg
2006 Mensch und Natur, Galerie Forum Lindenthal, Köln
2004 Die schönen Dinge des Lebens, Kunstsalon Hänsel, Halle
2004 Kunst aus Halle, Vereinigung hallescher Künstler e. V., Neues Theater, Halle
2003 Galerie Dr. Stelzer u. Zaglmaier mit Dieter Gilfert, Winfried Alexander, Halle und Rainer Haufe
2002 Orient, Vereinigung hallescher Künstler e.V., Halle
2001 Hallesche Grafik, Linz, Halle
1995 Hallesche Kunst, Kunstverein Helmstedt, Helmstedt
1994 Hallesche Scriptomanie, Halle
1993 Galerie im Amtsgericht Halle, Halle
1992 Farbkörper, Galerie Kunst der Zeit, Jena
1991 Farbkörper, Galerie Kunst der Zeit, Suhl
1990 Typenmesse, Offenbach
1990 Slato pero, Belgrad
1989 Farbgrafik, Museum Schloss Schwerin, Schwerin
1989 Internationale Buchkunstausstellung, Leipzig
1989 Slato pero, Belgrad
1988 Ausstellung der Kunsthochschule Burg Giebichenstein, Linz
Ankäufe von Museen und Bibliotheken
2011 Landtag Sachsen-Anhalt
2007 jenacon foundation gGmbH
2005 Kulturhistorisches Museum Schloss, Merseburg
2003 Martin-Luther-Bibliothek Halle
1990 Sparkasse Halle
1990 Deutsche Bibliothek Leipzig
1990 Typenmuseum Offenbach
1989 Museum Schloss Schwerin
1989 Museum Schloss Bernburg
Preise
Kunstpreis der Jenacon Foundation 2017
Prof. Rainer Schade
ALTERNATIVE FAKTEN
zum Katalog „Vermutungen – Malerei“
Natürlich kann auch ich beim Betrachten der Bilder von Kerstin Alexander zunächst nur Vermutungen anstellen. Diese allerdings machen mir Freude, denn ihre Bilder, Zeichnungen und Skizzen sind nicht nur gut anzusehen, sondern berühren mich als den, der selbst in diesen Gefilden wildert, in ihrer Machart. Sei es die delikate Farbfülle in den Rot/Braun/Orange-Tönen der satten Herbstnatur, die duftigen Blüten, die man glaubt riechen zu können oder die noble Atmosphäre der Interieurs. Sonnenlicht flutet in schattige Räume und bringt jeden Gegenstand zum Leuchten.
Details werden mit Liebe bedacht, ohne im Kleinklein zu ertrinken. Man möchte diesen Raum betreten, die Zeit anhalten und sich zu einem Aperó niederlassen. Der Garten da draußen in seiner Farbpracht ist bestellt. Er ist ein Objekt des Ergötzens, das für Kerstin Alexander immer wieder Anlässe zu schönen Malereien liefert. Man schweift in die Ferne, um derartiges vor der Tür zu finden.
Vielleicht muss man die Natur mit Begeisterung hegen und pflegen, um ihren Zauber so überzeugend einfangen zu können? Besonders die herangezoomten Blüten und Blätter in ihrer Zartheit und in ihrem Farbrausch sind beindruckend. Es flirrt, summt und duftet. Legen wir uns nach dem Aperó lieber dort auf den Boden, um mittendrin zu sein?
Andererseits gibt es spröde Tuschzeichnungen, leicht dahingeworfen; sie sind nicht mehr Papier und Tusche, sondern Kaffee, Kuchen und Sahnehäubchen in einer Weise, dass man Appetit bekommt. Auf einen Tuschklecks Appetit haben ist natürlich absurd, die Malerin macht es möglich. Das ist es wohl, was die Bildende Kunst ausmacht, vorausgesetzt sie gelingt. Die Materialien, Leinwand, Karton, Farbe, Tusche, Graphit sind zunächst nur sie selbst. Mit Verve miteinander verbunden, werden sie in unserer Wahrnehmung zu einem Kosmos voller Empfindungen und Überraschungen. Es entstehen spannungsvolle Kraftlinien, die uns ins Bild hineinziehen und alles offenbaren, was wir zu sehen bereit sind. Wir rufen begeistert, ja so ist es – genau wie in Wirklichkeit.
Umgekehrt muss sich die Natur schon sehr anstrengen, bis wir sagen können, schaut, das sieht doch aus wie gemalt! Hier ist der Punkt erreicht, an dem nichts mehr begründet oder erklärt werden soll. Es ist eine eigene Bildwelt, eine neue Realität mit eigenen Regeln. Geht so Heimat? Ich denke, ja, so kann sie gehen, auch wenn sie die Heimat anderer ist, die künstlerische Heimat von Kerstin Alexander ist sie allemal. Wenn die Worte zu Ende sind, beginnen die Bilder.
Mag sein, dass andere Betrachter dieser Malerei alternative Fakten entdecken. Was in der Politik sich verbieten sollte, darf und soll in der Kunst sein.
— Rainer Schade, Maler/Grafiker, Leipzig, Januar 2017
Prof. Ulrich Klieber
Kerstin Alexander – Malerei
„Eine Betrachtungsweise, die in Kunstwerken lebendige, autonome Modelle des Bewusstseins sieht, wird nur so lange angreifbar sein, wie wir uns weigern, die oberflächliche Unterscheidung zwischen Form und Inhalt aufzugeben. Denn im gleichen Sinne, in dem ein Kunstwerk keinen Inhalt hat, hat auch die Welt keinen Inhalt. Beide sind. Sie bedürfen keiner Rechtfertigung; und sie ließen sich auch nicht rechtfertigen.“ — Susan Sontag.
Es ist der 3. März 2014. Frühlingshafte Temperaturen. Ich öffne einen großen fetten Umschlag mit umfangreichem Bildmaterial, das mir in Vorbereitung auf diese Ausstellung zugesandt worden ist …
Ich blättere durch. Erste Sichtung. „Schilf“. Groß 190 x 230cm. „Herbsthauch“ auch riesengroß. „Wintergarten“ stark farbig. Leuchtend rot. Die Landschaft glüht. Fein hingehauen mit informellem Duktus, die Arbeiten von Kerstin Alexander. Man kann den einzelnen Halm fast knicken. Man muss die Arme weit ausbreiten, um sich durch das Dickicht fortzubewegen, um zu diesem geheimnisvollen ultramarinen Lichtraum vorzudringen. „Winterlicht“. Das Gelb, es geriert sich golden. Alles aus dem Fleck heraus entwickelt. Überhaupt der Malprozess. Er bleibt sichtbar. Wischen, Drucken, Abdrucken, Tropfen und Dripping. Pinselspur. Der Pinsel als präzise Waffe. Er hinterlässt präzise Wunden. Flüchtig leicht wie beim Florett. „Herbsthauch“. Gleichzeitig ist alles merkwürdig präzise und präsent. Ast, Ästchen, selbst die Bemalung eines Blumentopfes.
Kerstin Alexander malt. Farbe pur. Türkis, Pink, Violett, Zitron. Sie liebt das Risiko. Grün. Vital, satt, grell, saftig. Mutig. Laut.
Merkwürdig: Die Farbe wird nicht richtig autonom. Da ist noch etwas von Lokalfarbe. Oder von Erscheinungsfarbe. Sie interpretiert. Übersteigert. Trifft: „Gewitterfront“. Winterschräglicht.
Sinnlich. Die Farbe spricht die Sinne an. Die Farbe, wie verzaubert. Schafft Licht und Atmosphäre. Lebensbejahung? Ja. Der Titel der Ausstellung „bild-schön“ passt. Und gleichzeitig liegt in der Schönheit der Natur immer auch das Bedrohliche: das Vergängliche. Der Abschied. Die Extreme Hell und Dunkel bilden zwei Pole und liegen weit auseinander. Bei Kerstin Alexander liegen sie dicht beieinander.
Rot und dunkles Braun. Fast schon Schwarz. Rot wie Blut. Schwarz, wie von großen Rostbeulen zerfressen und kurz vor der Auflösung. Das erotische Rot der Magnolienblüten. Das Rot fast gebrochen, in Verwesung begriffen im Mohnfeld. Ein kleines, leises Restleuchten nur noch in der Bildmitte …
Kerstin Alexander erzählt vom Orientalischen Feilschen. Vom Handeln, sie erzählt von Oasen und Palmen und Karawanen.
Sie erzählt in einer üppigen Farbigkeit, ohne haargenau zu werden. Sie bleibt spontan emotional, skizzenhaft. Hingeworfen, wie kurz aufgeschnappt und rasch notiert …
— Ulrich Klieber, 3. März 2014